Zartrosa Blüten und süße Traditionen: Mandeln an der Costa Blanca

Zartrosa Blüten und süße Traditionen: Mandeln an der Costa Blanca

José den Herder··7 Min. Lesezeit

Wer sich im Winter und im frühen Frühjahr an der nördlichen Costa Blanca aufhält, kann es nicht übersehen: Hügel und Täler färben sich weiß und zartrosa durch die Mandelblüte. Rund um Orte wie Jalón, Alcalalí und Benissa wirkt die Landschaft wie ein Märchen und bildet zugleich den Ursprung eines der typischsten Produkte dieser Region: der Mandel.


WANN BLÜHEN DIE MANDELBÄUME?

Die Mandelblüte ist eines der ersten Zeichen für den nahenden Frühling. Bereits im Januar – in besonders milden Wintern sogar Ende Dezember – erscheinen die ersten weißen und rosafarbenen Blüten. Im Februar erreicht die Blütezeit ihren Höhepunkt, und die Täler scheinen von einer Decke aus zarten Blüten überzogen zu sein. Es ist eine kurze, aber magische Zeit: Einige Wochen lang duftet und leuchtet die gesamte Region, und ruhige Straßen werden zu beliebten Zielen für Wanderer und Radfahrer. Im Jalón-Tal (Vall de Pop) sowie insbesondere rund um das Dorf Alcalalí werden eigens ausgewiesene Blütenrouten angeboten.

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MANDELSORTEN

Weltweit gibt es zahlreiche Sorten, doch in Spanien stehen vor allem zwei Arten im Mittelpunkt:

  • Süßmandel (almendra dulce)Dies ist die bekannte essbare Mandel, die roh, geröstet oder blanchiert verzehrt und in Gebäck, Nougat und Marzipan verarbeitet wird.

  • Bittermandel (almendra amarga)Diese enthält von Natur aus Amygdalin und wird daher nicht roh verzehrt. In kleinen Mengen findet sie Verwendung für Aromen, Öle oder Liköre.

An der nördlichen Costa Blanca dominieren Süßmandeln. Sie sind kleiner als die kalifornischen Varianten, zeichnen sich jedoch durch einen besonders intensiven Geschmack aus.

ERNTEZEIT: VOM SOMMER BIS IN DEN SPÄTSOMMER

Die Mandelernte findet – je nach Witterung und Sorte – von August bis Oktober statt. Sobald die grüne Fruchthülle eintrocknet und aufplatzt, ist der richtige Zeitpunkt für die Ernte gekommen.

Traditionell werden Netze unter den Bäumen ausgebreitet. Mit langen Stangen werden die Äste geschlagen, sodass die Mandeln herabfallen. Anschließend werden sie eingesammelt, in der Sonne getrocknet und von ihrer äußeren Hülle befreit.

In modernen Plantagen kommen zunehmend mechanische Rüttelmaschinen zum Einsatz, die die Bäume vorsichtig in Schwingung versetzen, damit sich die Früchte schneller lösen. Nach dem Trocknen bleiben die harten Schalen zurück, die später maschinell geknackt werden.

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VON DER SCHALE ZUM KERN

Nach dem Knacken der Schalen werden die Mandelkerne separiert. Sie können roh verzehrt, geröstet, zu Mandelmehl vermahlen oder zu Mandelöl gepresst werden. Spanische Mandeln sind für ihren intensiven, süßen Geschmack bekannt und werden sowohl lokal verarbeitet als auch weltweit exportiert.

Neben ihrem hervorragenden Aroma sind Mandeln auch gesundheitlich wertvoll. Sie enthalten viel Vitamin E, Magnesium, pflanzliche Proteine und ungesättigte Fettsäuren. Sie tragen zur Stabilisierung des Blutzuckerspiegels bei und liefern langanhaltende Energie. Eine kleine Handvoll pro Tag gilt als empfehlenswerter, gesunder Snack.

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BEKANNTE SPANISCHE PRODUKTE MIT MANDELN

  • Turrón aus Jijona (Xixona) und Alicante

  • Marzipan

  • Almendras fritas con miel (geröstete Mandeln mit Honig)

  • Polvorones (spanisches Weihnachtsgebäck)

  • Ajo blanco (kalte Knoblauchsuppe mit Mandeln und Olivenöl)

  • Horchata de almendra (cremiges Getränk aus gemahlenen Mandeln)

  • Grüne Olive gefüllt mit einer Mandel

  • Mandelkuchen und -gebäck (jedes Dorf hat seine eigene Spezialität)

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WARUM SIND MANDELN VON DER COSTA BLANCA SO BESONDERS?

Wer im Januar oder Februar durch das Jalón-Tal oder die Umgebung von Guadalest fährt, versteht sofort, weshalb die Mandel eine ikonische Frucht dieser Region ist. Die Bäume stehen hier seit Generationen; viele Plantagen wurden von Großeltern an Enkelkinder weitergegeben. Das warme mediterrane Klima mit langen Sommern und milden Wintern ermöglicht es den Mandeln, langsam zu reifen und einen besonders vollen, süßen Geschmack zu entwickeln.

In den vergangenen Jahren wurden einige Plantagen stark durch das Bakterium Xylella fastidiosa geschädigt. Ganze Reihen alter Bäume verschwanden, und viele Familien mussten von Neuem beginnen. Gleichzeitig hat diese Zeit jedoch auch die enge Verbundenheit mit dem Land gezeigt: Überall sieht man Neuanpflanzungen – junge Bäume als Symbol für Erneuerung und Durchhaltevermögen.

So schmeckt man in jeder Mandel nicht nur die Sonne, die trockene Bergluft und die kalkhaltigen Böden, sondern auch eine Geschichte von Tradition, Widerstandskraft und Liebe zur Landschaft. Mandeln aus dieser Region sind daher weit mehr als nur ein Produkt – sie sind ein lebendiges Stück Geschichte, das jedes Jahr aufs Neue erblüht.

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TIPPS FÜR BESUCHER

Wer die Region während der Blüte- oder Erntezeit besucht, stellt fest, dass die Mandel auch ein gesellschaftliches Ereignis ist. In Dörfern wie Alcalalí und Jalón werden Blütenfeste veranstaltet, mit Tapas-Routen rund um das Thema Mandel, Backwettbewerben, Musik und geführten Wanderungen durch die schönsten blühenden Plantagen. Auch während der Erntezeit herrscht reges Treiben auf kleinen Märkten und bei Verkostungen; überall liegt der Duft frisch gerösteter Mandeln in der Luft.

Wer nach einem Aufenthalt an der Costa Blanca Mandeln mit nach Hause nimmt, sollte sie kühl und trocken in einem luftdicht verschlossenen Behälter aufbewahren. Im Kühlschrank bleiben sie mehrere Monate lang knackig, im Gefrierfach sogar bis zu einem Jahr. Frische Mandeln erkennt man an ihrem leicht nussigen Duft und ihrer knusprigen Konsistenz. Werden sie weich, muffig oder entwickeln einen fettigen Geruch, haben sie ihre beste Zeit hinter sich. Kenner des süßen Aromas der Costa Blanca lassen sie jedoch selten so lange liegen.

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KURZ GESAGT

Der Mandelbaum ist neben dem Moscatel-Wein und dem Olivenöl eines der Symbole der nördlichen Costa Blanca. Von den ersten Blüten im Winter bis zur duftenden Ernte im Spätsommer ist die Mandel untrennbar mit der Landschaft und der Küche dieser Region verbunden.

José den Herder

Geschrieben am 11. Februar 2026 von

José den Herder - Admin & aftersales

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